Lass deinen LIV-Status überprüfen!

Anfang 2017 schien das noch in weiter Ferne zu liegen, als wir schrieben über die Auszahlung des Niedrigeinkommenszuschusses (LIV) im Laufe des Jahres 2018.

Entscheidungen LIV

Die Steuerbehörde gibt auf ihrer Website bekannt, dass heute, am 12. Juli 2018, die ersten endgültigen LIV-Bescheide per Post an die Arbeitgeber versandt werden, die Anspruch auf diese Lohnkostenzuschüsse haben. Die Zustellung der letzten endgültigen Bescheide wird für den 21. Juli erwartet. Die Steuerbehörde zahlt den im Bescheid angegebenen Betrag innerhalb von 6 Wochen aus.

Wenn der Bescheid nicht korrekt ist, kannst du natürlich Widerspruch einlegen. Du musst deine Einwände schriftlich vorbringen. Der Finanzamt muss deinen Widerspruch innerhalb von 6 Wochen nach dem Datum des Bescheids erhalten haben.

Den endgültigen Bescheiden gingen bereits im März 2018 vorläufige Bescheide voraus. Zu diesen Bescheiden konnten bis zum 1. Mai 2018 Korrekturvorschläge beim Finanzamt eingereicht werden. Wenn Sie keinen Korrekturvorschlag eingereicht haben, können Sie Ihre Korrekturen nun natürlich noch mittels eines Einspruchs einreichen.

Die Bescheide stützen sich auf die Daten, die die Steuerbehörde aus der für das Jahr 2017 geführten Lohnbuchhaltung entnimmt.

“Primark-Prämie”

Die FNV bezeichnet das LIV in einem Artikel auf ihrer Website als “Primark-Zulage”. Die Gewerkschaft ist der Ansicht, dass die Regelung den unerwünschten Nebeneffekt hat, dass Unternehmen die Löhne absichtlich niedrig halten, um den LIV einziehen zu können. Als Beispiele für solche Unternehmen nennt die FNV unter anderem Primark, Zara und H&M. Dasselbe soll auch bei Callcentern der Fall sein.

Der FNV hatte bereits zuvor darauf hingewiesen, dass das LIV in Verbindung mit der steuerlichen 30%-Regelung (der steuerfreien Vergütung für extraterritoriale Kosten von aus dem Ausland stammenden Arbeitnehmern) genutzt wird. Davon würden vor allem Unternehmen der Zeitarbeitsbranche profitieren. Wir haben dies in einem Artikel.

Die Gewerkschaft FNV ist der Ansicht, dass der Staat Mittel bereitstellen sollte, um Menschen mit geringem Einkommen bei der Arbeitssuche zu unterstützen, anstatt Unternehmen zu subventionieren, die Riesengewinne erzielen.

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