So entschied das Amsterdamer Berufungsgericht in einem Fall, der von FNV Verfahren. Aber der Gerichtshof stellt auch klar, dass man nicht alle (Über-)Fahrer in einen Topf werfen kann. FNV hatte den Gerichtshof gebeten, zu entscheiden, dass alle Fahrer von Uber als Arbeitnehmer gelten.
Individuelle Bewertung
Im Einklang mit dem Deliveroo-Urteil entschied Hof Amsterdam, dass nicht für eine ganze Gruppe entschieden werden kann, ob die Personen, die zu dieser Gruppe gehören, als Arbeitnehmer gelten oder nicht. Im Jahr 2025 entschied der Oberste Gerichtshof auf Vorfragen von Hof Amsterdam, dass alle 9 Kriterien aus dem Deliveroo-Urteil zusammen beurteilt werden müssen und dass das Kriterium 9 in dieser Hinsicht kein anderes Gewicht hat als die anderen Kriterien. Bei Kriterium 9 geht es darum, ob die Person, die die Arbeit ausführt, sich dabei wie ein Unternehmer verhält. Siehe auch unseren Artikel Bei der Bewertung der Selbstständigkeit zählt auch das Unternehmertum.
In den nun vom Amsterdamer Berufungsgericht beurteilten Fällen haben die Uber-Fahrer argumentiert, dass sie “echte” Unternehmer seien. Das Gericht schließt sich dieser Behauptung an und ist der Ansicht, dass die Fahrer dies hinreichend nachgewiesen haben:
- sie sind einem wirtschaftlichen Risiko ausgesetzt;
- die Fahrten werden mit einem Verkehrsmittel durchgeführt, das dem Fahrer gehört und in das er investiert hat;
- Für die Fahrer besteht das Risiko der Haftung und der Behinderung.
Mit welchen konkreten Fakten diese Elemente von den Fahrern untermauert wurden, können Sie in der Text des Urteils des Amsterdamer Appellationsgerichts.
Was nun?
FNV kämpft seit Jahren für die Einstufung von Uber-Fahrern als Arbeitnehmer. Natürlich hat FNV die Möglichkeit, gegen das oben genannte Urteil des Amsterdamer Berufungsgerichts Berufung einzulegen. Darüber hinaus kann FNV ein Verfahren einleiten, in dem für einzelne Über-Fahrer behauptet und nachgewiesen wird, dass sie als Arbeitnehmer arbeiten.
Arbeiten Sie mit Freiberuflern zusammen? Dann ist es wichtig, dass es nicht nur um den Vertrag geht, sondern darum, was tatsächlich täglich passiert. Können die Menschen wirklich ihre eigenen Entscheidungen treffen? Investieren sie selbst? Gehen sie Risiken ein? Dieses Urteil zeigt, dass dies für jeden Einzelfall gesondert zu beurteilen ist und dass man sich nicht mit allgemeinen Aussagen ohne Belege begnügen kann.
