Viele Unternehmer wollen ihre Selbstkosten verstehen. In der Praxis wird dies jedoch oft hinausgezögert, weil die Kostenrechnung schnell kompliziert erscheint. Es gibt ausgeklügelte Modelle, bei denen die Kosten auf Produkte, Dienstleistungen und Abteilungen aufgeteilt werden. Diese Methoden können zwar genau sein, sind aber nicht immer notwendig, um erste Erkenntnisse zu gewinnen.
In einer Reihe von kurzen Artikeln zeigen wir Ihnen, wie Unternehmer Schritt für Schritt ihre Selbstkosten besser in den Griff bekommen können. Statt mit komplexen Modellen beginnen wir mit einer praktischen Basis: der Rückrechnung der Kosten auf arbeitsfähige Tage. Von dort aus kann die Berechnung weiter verfeinert werden.
Bei VWG können wir Unternehmern dabei helfen, ihre Selbstkosten zu verstehen und in praktische Managementinformationen umzusetzen. Dies kann von der Erstellung einer ersten einfachen Kalkulation bis zur Weiterentwicklung der Selbstkostenpreise pro Stunde, pro Mitarbeiter oder pro Produkt/Dienstleistung reichen. Das Ziel ist immer dasselbe: einen besseren Einblick in das zu bekommen, was ein Unternehmen mindestens verdienen sollte, und ob Sätze und Preise übereinstimmen.
In diesem ersten Artikel beginnen wir mit einem einfachen, aber effektiven Schritt: der Berechnung der Kosten pro arbeitsfähigem Tag.
Gesamtkosten
Der erste Schritt besteht darin, die Gesamtkosten des Unternehmens auf Jahresbasis zu ermitteln. Die Addition dieser Kosten gibt einen Überblick darüber, was das Unternehmen jährlich mindestens verdienen muss, um alle Kosten zu decken. Berücksichtigen Sie dabei zunächst die Personalkosten und alle anderen Betriebskosten (einschließlich Abschreibungen).
Arbeitsfähige Tage
Dann wird die Anzahl der Tage betrachtet, die tatsächlich gearbeitet werden können. Ein Jahr hat 365 Tage, aber ein Großteil davon ist nicht produktiv nutzbar.
Zu den praktischen Erwägungen gehören:
- Wochenenden
- Ferien
- Ferien
In vielen Unternehmen verbleiben damit etwa 220 bis 230 arbeitsfähige Tage pro Jahr über.
Kosten pro Arbeitstag
Dividiert man die jährlichen Gesamtkosten durch die Anzahl der Arbeitstage, ergibt sich eine einfache, aber wertvolle Kennzahl: die Kosten pro Arbeitstag.
Diese Zahl gibt unmittelbaren Aufschluss über Fragen wie diese:
- was ein Arbeitstag mindestens einbringen sollte, um die Kosten zu decken
- wie viel Gewinnspanne pro Mitarbeiter erforderlich ist
- Ob die derzeitigen Sätze ausreichend sind
Kurzes Berechnungsbeispiel
Angenommen, die Gesamtkosten eines Unternehmens 220.000 € pro Jahr Beträge. Wenn man davon ausgeht 220 arbeitsfähige Tage, Das bedeutet, dass das Unternehmen pro Arbeitstag mindestens etwa € 1.000 verdienen müssen, um die Kosten zu decken.
Wenn vier Mitarbeiter durchschnittlich 7,5 Stunden pro Tag produktiv sind, entspricht dies Kosten von etwa 33 € pro Stunde.
Anhand dieser einfachen Berechnung lässt sich schnell feststellen, ob die Tarife und Preise den tatsächlichen Kosten entsprechen.
Praktische Ausgangssituation
Die Berechnung der Kosten pro Arbeitstag ist zwar keine Vollkostenrechnung, aber sie ist eine praktischer und schneller Startpunkt. Ausgehend von diesem Grundverständnis können später immer noch weitere Verfeinerungen vorgenommen werden, z. B. durch die Umrechnung von Selbstkosten in Stundensätze oder die Berechnung von Produktivstunden. In den nächsten Artikeln dieser Reihe werden wir dies näher erläutern.
