M&A-Markt trotz negativer Signale aus der Baubranche positiv

 

In unserem Artikel Anfang dieser Woche haben wir im Zusammenhang mit den Auswirkungen von PFAS und Stickstoff in der Baubranche die Prognosen zweier Großbanken, der ABN AMRO und der ING, beleuchtet. Gestern wurde die EIB haben ihre Markterwartungen für den Bausektor im Jahr 2020 und in den kommenden Jahren veröffentlicht. Während sich die ABN AMRO und die ING noch vorsichtig optimistisch zeigten, zeichnet die EIB kurzfristig ein anderes Bild:

 

2019 – 2024

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Baubranche ein kräftiges Wachstum. Die gesamte Bauproduktion stieg um 4% und erhöhte sich in absoluten Zahlen um 3 Milliarden Euro auf ein Niveau von ca. 74 Milliarden Euro. Auch die Beschäftigung profitierte davon. Vor allem der Gewerbebau stach hervor, hier betrug das Wachstum 7,5%. Für die Jahre 2020 und 2021 ist die EIB weniger optimistisch: “Infolge der Stickstoffproblematik flacht das Wachstum im Baugewerbe in den Jahren 2020 und 2021 ab. Vor allem der Wohnungsneubau und Infrastrukturprojekte sind stark betroffen.” Der Infrastruktursektor leidet am stärksten unter den Problemen rund um Stickstoff und PFAS, doch verstärkte Maßnahmen der Regierung können verhindern, dass die Produktion noch stärker zurückgeht. Die Produktion im Gewerbebau entwickelt sich vor diesem Hintergrund relativ günstig, doch auch hier führt dies lediglich zu einer Stabilisierung. Der Neubau steht leicht unter Druck, während Renovierung und Instandhaltung einen Ausgleich schaffen. Für 2022 wird wieder ein (starkes) Wachstum erwartet; 2021 werden durch Maßnahmen zur Quellenkontrolle sowie die Erteilung und Vergabe von Genehmigungen die Auftragsbestände wieder aufgefüllt, und zusätzliche Investitionen in Nachhaltigkeit werden einen Beitrag leisten. Die EIB geht dabei davon aus, dass die Baubranche positiv auf die Jahre 2020 und 2021 reagieren wird. Durch eine stark dynamische Grundnachfrage und Nachholbedarf bei zuvor verzögerten Projekten könnte sich die Bauproduktion im Zeitraum 2022–2024 wieder stark entwickeln.

Trotz der positiven Prognosen für die Jahre nach 2022 fiel die gestrige Podiumsdiskussion, an der Hans de Boer (VNO-NCW), Job Dura (Dura Vermeer), Peter Glas (Delta-Beauftragter) und Marc van der Linden (Stedin-Gruppe), dennoch zurückhaltender. Die einstimmige Schlussfolgerung lautete, dass auf vorhersehbare und transparente Weise strukturell, innovativ und kreativ investiert und produziert werden muss, um eine optimale Rendite aus dem gesamten Bausektor zu erzielen.

Dass die Bauproduktion in den Jahren 2020 und 2021 einen leichten Rückgang verzeichnet, bedeutet nicht, dass wir in eine neue Krise geraten. Ganz im Gegenteil: Langfristig gesehen sind die Aussichten nämlich gut. In Verbindung mit einer anhaltenden Nachfrage nach Kapazitäten wird die kommende Zeit zu einer interessanten und chancenreichen Phase im Bereich der Übernahmen.

Sind Sie neugierig, was die Markterwartungen in der Baubranche für Ihr Unternehmen bedeuten könnten? Dann wenden Sie sich unverbindlich an Michiel Segers oder Coen Peeters, Berater bei VWG. Unternehmensfinanzierung.

 

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