Gericht empfiehlt Beschwerde gegen das UWV wegen zu niedriger Lohnsteuer

Ein Mann erhält eine beträchtliche Nachzahlung vom UWV. Das Gericht kommt zu dem Schluss, dass der Mann die Nachzahlung steuerlich im Jahr 2020 vereinnahmt hat. Dies liegt daran, dass er das Geld erst in diesem Jahr in einer Summe erhalten hat und zuvor Unsicherheit hinsichtlich seines Anspruchs auf die Leistung bestand. Laut Gesetz ist der Zeitpunkt der Inanspruchnahme eines einmaligen Lohns der Zeitpunkt der Nachzahlung. Das Gericht kann diese Situation nicht ändern, da dies eine Entscheidung des Gesetzgebers ist. Der Steuerbescheid ist daher korrekt.

Zu wenig Lohnsteuer

Das Gericht hegt jedoch den starken Verdacht, dass das UWV viel zu wenig Lohnsteuer von der Nachzahlung einbehalten hat. Es ist nämlich sehr unwahrscheinlich, dass bei einem Bruttolohn von 30.638 € nur 2.373 € an Lohnsteuer anfallen. Das Gericht geht daher davon aus, dass hinter den Kulissen beim UWV auf die eine oder andere Weise etwas schiefgelaufen ist. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass das UWV während des Verfahrens über den Leistungsanspruch zwar jeden Monat (oder alle vier Wochen) eine Lohnabrechnung erstellt hat, aber den unten auf dieser Abrechnung angegebenen Nettobetrag in Erwartung des Verfahrens stets einbehalten hat. Als dieses Verfahren abgeschlossen war, wurden einfach alle ausstehenden Beträge addiert, und das UWV hat dem Betroffenen die Summe der Nettobeträge ausgezahlt. Die summierten Bruttobeträge und die summierten Lohnsteuerabzüge wurden anschließend an das Finanzamt weitergeleitet. Wenn das zutrifft, würde dies erklären, warum das UWV so wenig Lohnsteuer einbehalten hat.

Beschwerde und Schlichtung

Das Gericht hält es für unangemessen, in dieser Angelegenheit selbst Maßnahmen gegenüber dem UWV zu ergreifen, doch der Mann könnte dies tun, beispielsweise indem er das Beschwerdeformular ausfüllt. Dabei kann der Mann dann das Urteil des Gerichts beifügen, damit das UWV versteht, worum es genau geht. Darüber hinaus könnte ein Antrag auf Schlichtung zu einer Rückerstattung für den Mann führen. Damit würde ein Teil der Belastung gemildert. Das Gericht hat die Unterlagen des Mannes zusammen mit dem Urteil an den Sachbearbeiter weitergeleitet, damit dieser den Antrag auf Schlichtung unter Berücksichtigung der Informationen aus dem Urteil bearbeiten kann.

Quelle: Gericht Midden-Nederland | Rechtsprechung | ECLI:NL:RBNNE:2024:2177 | 05.06.2026
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