Freier Sektor und Mietzuschuss

Was ändert sich – und was können Sie als Vermieter bereits jetzt tun?

Bislang galt die Regel: Wer eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt mietet, hat keinen Anspruch auf Mietzuschuss. Das wird sich ab 2026 ändern. Auch Mieter mit einer höheren Miete (über der sozialen Mietgrenze) können dann in bestimmten Fällen einen Zuschuss erhalten. Das macht Wohnungen auf dem freien Markt für eine breitere Gruppe von Mietern attraktiver, insbesondere für diejenigen mit mittlerem Einkommen.

Die Grenze für Sozialmieten bleibt wichtig

Die Grenze für Sozialmieten liegt im Jahr 2025 bei € 900,07 (Nettomiete).

  • Unterhalb dieser Grenze: Sozialmiete, Mietzuschuss möglich, jedoch mit Einkommensgrenzen.
  • Oberhalb dieser Grenze: freier Wohnungsmarkt, derzeit noch kein Mietzuschuss, ab 2026 jedoch teilweise.

Wichtiges Detail: Der Mietzuschuss wird nur auf die ersten 900,07 € der Miete berechnet. Mieter mit einer höheren Miete profitieren daher nur teilweise, nicht in vollem Umfang.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine alleinstehende Person mit einem Einkommen von 34.000 € und einer Nettomiete von 1.100 € kann ab 2026 monatlich etwa 140 € bis 150 € Mietzuschuss erhalten.
Auf diese Weise wird eine Mietwohnung auf dem freien Wohnungsmarkt auch für mittlere Einkommen finanziell erschwinglich.

Was können Sie als Vermieter bereits jetzt tun?

  • Mietpreise anzeigen: Eine Miete zwischen 950 € und 1.100 € wird ab 2026 attraktiver. Mieter in diesem Segment (mittlere Einkommensschicht) können dann möglicherweise einen Mietzuschuss erhalten.
  • Überprüfe deine WWS-Punkte: Bleiben Sie unterhalb oder knapp oberhalb der Sozialmietgrenze (900,07 € im Jahr 2025), wenn Sie strategisch im mittleren Mietsegment bleiben möchten.
  • Miete und Nebenkosten klar aufschlüsseln: Für den Mietzuschuss zählt nur die Grundmiete. Eine klare Aufschlüsselung beugt Missverständnissen und Verwaltungsaufwand vor.
  • Informiere deine Mieter: Viele Mieter wissen noch nicht, dass sich die Regeln ändern werden. Weisen Sie bei Besichtigungen oder in Anzeigen darauf hin – das steigert das Interesse.
  • Verfolgen Sie die aktuellen Meldungen der Steuerbehörde: Die genauen Durchführungsbestimmungen werden Ende 2025 bekannt gegeben. Wenn Sie diese beachten, können Sie Mietverträge und Anzeigen rechtzeitig anpassen.

Zusammenfassend

Der freie Wohnungsmarkt wird ab 2026 deutlich zugänglicher. Für einen Vermieter bedeutet das: mehr potenzielle Mieter, weniger Leerstand und stabilere Mieteinnahmen.
Wer sich schon jetzt vorbereitet, wird später einen Vorsprung beim Vermieten haben.

Inhaltsübersicht