Angenommen, Sie haben ein Unternehmen im Auge, das Sie möglicherweise übernehmen möchten. Sie haben sich einen Überblick über die Geschäftsentwicklung und das Geschäftsmodell verschafft und dürfen nun ein unverbindliches Angebot unterbreiten. Gemeinsam mit Ihrem Berater haben Sie den Wert der Anteile ermittelt. Aber wie wollen Sie diesen Betrag finanzieren?
Die Finanzierung des Kaufpreises eines Unternehmens
In der Praxis beobachten wir häufig Kombinationen verschiedener Finanzierungsformen bei der Begleichung des Kaufpreises. In vielen Fällen wird ein großer Teil des Kaufpreises aus eigenen Mitteln beglichen. Für den restlichen Teil denkt man oft schnell an einen Kredit bei der Bank. Es gibt jedoch auch zahlreiche andere Möglichkeiten. Im Folgenden werden einige weitere gängige Finanzierungsformen kurz erläutert.
Händlerkredit
Ein Teil des Kaufpreises kann in ein (nachrangiges) Darlehen des Verkäufers umgewandelt werden. Käufer und Verkäufer können die Laufzeit, den Zinssatz und die Tilgung dieses Darlehens selbst vereinbaren. Es handelt sich also um ein Darlehen des Verkäufers an den Käufer. Bei gut der Hälfte aller KMU-Transaktionen war ein Verkäuferdarlehen Bestandteil der Transaktion (Brookz, 2023).
Earn-out
Bei einem Earn-out hängt ein Teil des Kaufpreises von der zukünftigen Geschäftsentwicklung ab. Der Käufer zahlt bei der Übertragung einen Großteil des Kaufpreises. Der Restbetrag wird zu einem späteren Zeitpunkt je nach Erfüllung vorab festgelegter Bedingungen gezahlt oder nicht. Häufig wird ein bestimmtes Umsatz- oder EBITDA-Niveau als Maßstab herangezogen, und eventuelle Nachzahlungen werden in verschiedene ‘Stufen’ unterteilt. Fallen die Ergebnisse schlechter aus als erwartet, muss weniger oder gar nichts gezahlt werden. Andererseits muss möglicherweise mehr gezahlt werden, wenn die Ergebnisse besser sind als erwartet. Auch ein Earn-out war bei gut der Hälfte aller KMU-Transaktionen Bestandteil der Transaktion (Brookz, 2023).
Finanzierungsplattformen
Neben den traditionellen Bankfinanzierungen gibt es seit einigen Jahren eine Reihe von Finanzierungsplattformen. Diese vermitteln Fremdkapital für kleine und mittlere Unternehmen. Die Plattformen werden mit Geldern von vermögenden Privatpersonen und institutionellen Anlegern “finanziert”. Diese Plattformen haben den Vorteil, dass die Bearbeitungszeit eines Antrags in der Regel kürzer ist als bei traditionellen Banken. Die Beträge der Übernahmefinanzierung sind jedoch in der Regel geringer. Unternehmer können sich in der Regel an sie wenden, wenn sie eine Übernahmefinanzierung in Höhe von mindestens 250.000 € benötigen.
Privatanleger
Sie können ein Darlehen von einem sogenannten “Business Angel” erhalten, also einer Person, die aus geschäftlichen Gründen in Ihr Unternehmen investiert. Business Angels interessieren sich oft vor allem für die Gründungs- und Wachstumsphase innovativer Unternehmen.
VWG Corporate Finance kann Ihnen dabei helfen, eine passende (Re-)Finanzierung zu erhalten. Auf der Grundlage eines unverbindlichen Gesprächs mit einem unserer M&A-Berater können wir Sie bei der Suche nach einer geeigneten Finanzierungsform unterstützen. Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung im Bereich der Finanzierung und über ein großes Netzwerk.
