Das UBO-Register: Zweifel an der Rechtsgültigkeit!

Wir hatten bereits zuvor angekündigt, dass es Unternehmen seit dem 27. September 2020 möglich ist, ihre UBOs im UBO-Register einzutragen: UBO-Register: Anmeldung bis zum 27. März 2022. Nun bestehen Zweifel an der Rechtsgültigkeit des betreffenden Registers.

Eilverfahren

Privacy First hat eine einstweilige Verfügung gegen den Staat beantragt, mit der Privacy First das UBO-Register mit sofortiger Wirkung außer Kraft setzen lassen wollte. Privacy First wandte sich gegen zwei Aspekte des UBO-Registers:

  • die Verpflichtung zur Erfassung der personenbezogenen Daten des wirtschaftlich Berechtigten;
  • die öffentliche Zugänglichkeit der allgemeinen Angaben zum UBO.

Der Richter im Eilverfahren wies die Klage von Privacy First ab. Allerdings sieht der Richter Anlass zu Zweifeln an der Rechtsgültigkeit des UBO-Registers. Der öffentliche Charakter des UBO-Registers könnte möglicherweise gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verstoßen. Der öffentliche Charakter ist eine Verpflichtung, die sich aus der fünften Geldwäscherichtlinie ergibt. Die Beurteilung der Rechtmäßigkeit der europäischen Richtlinie ist dem Europäischen Gerichtshof vorbehalten.

Europäischer Gerichtshof (EuGH)

Am 13. November 2020 hat ein luxemburgisches Gericht (Rechtssache C-601/20) hat dem EuGH Vorabentscheidungsfragen zum öffentlichen Charakter des UBO-Registers vorgelegt. Das Gericht hat den EuGH gefragt, ob die Verpflichtung zur Veröffentlichung der Daten im Hinblick auf das Recht auf Achtung des Privat-, Familien- und Familienlebens (Artikel 7 der Charta) und den Schutz personenbezogener Daten (Artikel 8 der Charta) rechtsgültig ist.

Der Fall ist derzeit anhängig. Es ist noch nicht klar, wann das Urteil verkündet wird.

Anmeldung verschieben

Aussehen 27. März 2022 müssen die Unternehmen ihre wirtschaftlich Berechtigten registrieren. Da also noch genügend Zeit bleibt, um die Registrierung zu erledigen, kann es sinnvoll sein, diese vorerst aufzuschieben. Möglicherweise hat der EuGH bereits vor Ablauf der Frist ein Urteil gefällt, das dafür sorgt, dass weniger Daten des UBO veröffentlicht werden.

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