KI am Arbeitsplatz? Was Sie als Arbeitgeber wirklich wissen müssen

Stell dir vor: Du nutzt ein intelligentes System, das Bewerbungen für dich sortiert. Oder ein KI-Tool, das Leistungen automatisch bewertet und vorhersagt, wer für eine Beförderung bereit ist. Klingt effizient, oder?

Aber was ist, wenn dieses System unbewusst diskriminiert? Oder eine falsche Entscheidung trifft, für die Sie als Arbeitgeber verantwortlich sind? Genau aus diesem Grund gibt es jetzt die KI-Verordnung – ein neues europäisches Gesetz, das seit August 2024 gilt. Und das betrifft unmittelbar die Arbeitsrecht.

Warum dich das betrifft

Die meisten KI-Systeme, die Sie für HR-Zwecke einsetzen – wie beispielsweise bei der Personalauswahl, der Leistungsbeurteilung oder der Kündigung – fallen unter die Kategorie ‘hohes Risiko’. Und das bedeutet: zusätzliche Vorschriften und Verantwortlichkeiten.

Du musst zum Beispiel:

  • Verstehen, wie das KI-System funktioniert und wie die Daten aufgebaut sind.
  • Mitarbeiter darüber informieren, wenn ihre Leistung oder ihre berufliche Laufbahn durch KI beeinflusst wird.
  • Sicherstellung menschlicher Aufsicht – eine KI-Entscheidung darf niemals die einzige Stimme sein.
  • Erklärungen geben können, wenn jemand von der KI abgelehnt oder benachteiligt wird.

So zu tun, als hätte man das System “einfach nur genutzt”, ist keine Entschuldigung. In der KI-Verordnung heißt es: Du trägst weiterhin die Verantwortung.

Was riskierst du?

Wenn Sie dies nicht ordnungsgemäß regeln, kann es zu Arbeitskonflikten mit Bewerbern oder Mitarbeitern kommen – und Sie riskieren Geldstrafen in Höhe von bis zu 3% deines weltweiten Jahresumsatzes.

Was kannst du jetzt tun?

Nutzen Sie eine KI eines Drittanbieters? Stellen Sie sicher, dass Sie die Bedienungsanleitung kennen und befolgen. Schulen Sie Ihre HR-Mitarbeiter. Informieren Sie Ihren Betriebsrat oder die Personalvertretung – dies ist in manchen Fällen sogar vorgeschrieben. Und seien Sie auf Fragen der Mitarbeiter zur Funktionsweise des Systems vorbereitet.


KI bietet Chancen, verändert aber auch Ihre Rolle als Arbeitgeber.
Sorgen Sie dafür, dass Sie rechtzeitig wissen, woran Sie sind – sowohl rechtlich als auch praktisch.

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