{"id":3934,"date":"2026-01-29T04:00:00","date_gmt":"2026-01-29T04:00:00","guid":{"rendered":"im-65869"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"notarielle-urkunde-belegt-mundliche-schenkung-in-millionenhohe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vwg.nl\/de\/notariele-akte-bewijst-mondelinge-schenking-van-miljoenen\/","title":{"rendered":"Notarielle Urkunde belegt m\u00fcndliche Schenkung in Millionenh\u00f6he"},"content":{"rendered":"<p>Ein Vater schenkt seinen Kindern im Januar Wertpapiere im Wert von mehreren Millionen. Dies wird sp\u00e4ter im April in einer notariellen Urkunde best\u00e4tigt. Nach Ansicht der Steuerbeh\u00f6rde findet die Schenkung erst zu diesem Zeitpunkt statt. Der Notar best\u00e4tigt, dass die Schenkung bereits am 24. Januar 2018 m\u00fcndlich erfolgt ist. Diese Diskrepanz f\u00fchrt zu einer erheblichen Nachforderung. Der Richter muss nun entscheiden, wann genau die Schenkung zustande gekommen ist.<\/p>\n<h4>Was ist passiert?<\/h4>\n<p>Ein Vater h\u00e4lt \u00fcber seine Holding Anteile an zwei GmbHs. Diese Anteile verkauft er am 24. Januar. Ein Teil des Kaufpreises besteht aus Anteilen an einer anderen GmbH. Am selben Tag gr\u00fcndet der Vater eine Stiftung, an die er die erhaltenen Anteile weiterverkauft. Die Stiftung gibt Zertifikate aus, die der Vater seinen drei Kindern schenkt. Der Sohn reicht im September eine Schenkungssteuererkl\u00e4rung \u00fcber einen Betrag von 2,7 Millionen Euro ein, wobei als Schenkungsdatum der 24. Januar angegeben wird. Der Erkl\u00e4rung f\u00fcgt er eine notarielle Urkunde vom 17. April bei, in der der Notar best\u00e4tigt, dass die Schenkung am 24. Januar m\u00fcndlich erfolgt ist. Das Finanzamt erl\u00e4sst gem\u00e4\u00df dieser Steuererkl\u00e4rung einen Steuerbescheid.<\/p>\n<h4>Finanzamt revidiert seine Entscheidung nach einer Untersuchung<\/h4>\n<p>Jahre sp\u00e4ter untersucht ein anderer Steuerpr\u00fcfer die Millionen-Transaktion. Dabei st\u00f6\u00dft er auf eine fr\u00fchere Urkunde vom 13. April, in der steht, dass der Vater alle Zertifikate h\u00e4lt. Der Steuerpr\u00fcfer kommt zu dem Schluss, dass die Schenkung nicht im Januar, sondern erst im April mit der notariellen Urkunde erfolgte. Der Wert der Zertifikate ist bis dahin gestiegen. Der Sohn muss nun eine neue Steuererkl\u00e4rung \u00fcber 9,3 Millionen Euro statt \u00fcber 2,7 Millionen Euro abgeben.<\/p>\n<h4>Der Notar hatte im Vorfeld Anweisungen erhalten<\/h4>\n<p>Das Gericht weist das Argument des Steuerpr\u00fcfers zur\u00fcck, wonach der Vater laut der Urkunde vom 13. April noch Inhaber aller Zertifikate war. Die ungl\u00fcckliche Formulierung in dieser Urkunde steht dem nicht entgegen, dass die Schenkung bereits am 24. Januar stattgefunden hat. In der notariellen Urkunde vom 17. April hei\u00dft es ausdr\u00fccklich, dass das Schenkungsangebot am 24. Januar unterbreitet und von den Kindern angenommen wurde. In der Urkunde ist genau festgehalten, welche Zertifikate an welchem Kind an diesem Datum geschenkt wurden. Entscheidend ist eine E-Mail vom 18. Januar, in der der Notar Anweisungen in Form eines Schritt-f\u00fcr-Schritt-Plans f\u00fcr die zu erstellenden Unterlagen erh\u00e4lt. Dies beweist, dass die Schenkung bereits vor dem 24. Januar vorbereitet worden war. Das Gericht sieht keinen Grund, an der Richtigkeit der notariellen Urkunde zu zweifeln. Auch die Komplexit\u00e4t der Transaktion bedeutet nicht, dass eine m\u00fcndliche Schenkung unm\u00f6glich ist.<\/p>\n<div style=\"font-size:smaller\" class=\"im_source\">Quelle: Gericht Den Haag | Rechtsprechung | ECLI:NL:RBDHA:2025:24085 | 20.01.2026<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Vater schenkt seinen Kindern im Januar Wertpapiere im Wert von mehreren Millionen. 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